„Durch die Punktwolken kann man immer wieder Details vermessen, auf die man im ersten Moment teilweise nicht achtet. Man bekommt einen guten Einblick in das Projekt, auch wenn man noch nicht vor Ort war.„

Shirin Unterberger, 
BM-WERNER GmbH

Shirin Unterberger steht für die jüngste Generation bei der BM-WERNER GmbH, Österreich. Sie teilt ihre Erfahrungen mit BIMmTool anhand eines aktuellen Projektbeispiels.

Allgemeine Erfahrungen

Wie würden Sie die BM-WERNER GmbH beschreiben?

BM-WERNER GmbH ist ein Planungsbüro welches vor 34 Jahren gegründet wurde. Die 11 Mitarbeiterinnen sind in folgenden Bereichen (meistens als Generalplaner) tätig:

  • Denkmalpflege
  • Sanierung
  • Gewerbebau
  • Öffentliche Bauten
  • Wohnbau
Könnten Sie sich bitte vorstellen, Ihren Hintergrund, Ihre Erfahrung?
Ich habe die HTL Krems Hochbau im Jahr 2020 abgeschlossen. In der Zeit habe ich schon mit Archicad gezeichnet. Durfte dann vor Tätigkeitsbeginn den Grundkurs von Archicad besuchen. BIMmTool habe ich mir bei einem kleinen Projekt mithilfe eines Youtube Videos und „Learning by Doing“ selbst beigebracht.

Wie ist die übliche Firmenpraxis und der Arbeitsablauf?

Wir führen Vermessungen für Umbauten, Sanierungen und Rekonstruktionen durch und nehmen bei Neubauten das ursprüngliche Gelände auf. Aus den erfassten Daten erstellen wir das 3D-Modell.

Wie stellen Sie sicher, dass Sie ein Modell liefern, die den Anforderungen des Kunden entspricht?

Wir achten auf die Lagerichtigkeit, Darstellung, und der Präsentation von Einrichtungen.

Was leisten Sie typischerweise?

Wir liefern regelmäßig Grundrisse, Schnitte, Ansichten, und häufig ein BIMxModell.

Wie ist Ihre technische Ausstattung?

Wir scannen mit Leica BLK360.

Wir modellieren in Archicad 24-26 mit BIMmTool, auf Windows 11, mit Hilfe von 27-Zoll 4K Bildschirmen.

Welchen Herausforderungen treffen Sie normalerweise bei der Arbeit mit Punktwolken zu?

Der Laserscan ist manchmal falsch positioniert, daher ist es schwierig, alle Messpunkte präzise zu setzen.
Das Laden der Punktwolke nimmt viel Zeit in Anspruch.

Wie hilft BIMmTool bei der Kommunikation zwischen den Beteiligten?

Wir sind unabhängig durch die autonome Vermessung von Bestandsgebäuden/Ursprungsgelände. Dank der fotoähnlichen Bilder können wir viele Informationen aus den Punktwolken entnehmen.

Welches sind die wichtigsten Vorteile von BIMmTool?

Mit BIMmTool kann man immer wieder Details in der Punktwolke vermessen, auf die man manchmal im ersten Moment nicht achtet. Man bekommt einen guten Einblick in das Projekt, auch wenn man noch nicht vor Ort war.

Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen geben, die anfangen, mit Punktwolken zu arbeiten?

Benennen Sie die Punktwolken in einer logischen Reihenfolge gleich in der Vermessung.
Ziehen Sie das Navigator-Fenster auf den zweiten Bildschirm, um leichter arbeiten zu können.
Legen Sie eine separate Ebene für die Messpunkte und eine für die Punktwolke an.
Stellen Sie die Ebenen so ein, dass die Darstellungen mit einem Mausklick geändert werden können.
Erstellen Sie mehrere Modellansichtsoptionen für die Anzeige der Punktwolke in verschiedenen Situationen. Dadurch wird die Ladezeit verkürzt.
Ziehen Sie die Punktwolke vor dem Zeichnen auf die richtige Höhenlage.
Erstellen Sie Tastaturkürzel, um das Ein- und Ausblenden des Navigators oder der Palette zu vereinfachen.

Würden Sie uns einige konkrete Fälle nennen, in denen die auf der Punktwolke basierende Bestandsdokumentation Konstruktions-/Planungsfehler aufgedeckt hat?
Bei einem Großhandelsmarkt haben wir einige Unterschiede zum letzten Bestandsplan entdeckt.
Bei einem weiteren Projekt haben wir durch die Laserscanaufnahme bemerkt, dass das Gebäude in der Realität 1,25m länger ist als im Bestandsplan.

Projekt-Fallstudie

Das Projekt:

Projektname: Kastner Wien Nord

Projekttyp: Großmarkt

Projektstandort: Katastralgemeinde: Leopoldau

Was waren die Anforderungen des Auftraggebers?

  1. Erstellung eines Bestandsplanes mit allen Regalen.
  2. Umbauten im bestehenden Markt:
    – ein neuer Obst- und Gemüsebereich;
    – eine Erweiterung des Tiefkühlraumes;
    – Abbruch von zwei Aufzügen;
    – neue WC-Anlagen;
    – die Veränderung des Kundenbereichs im Obergeschoss.
  3. Zubau:
    – ein neuer Expeditionsbereich im Erdgeschoss;
    – Büros im Obergeschoss.
  4. Außenanlagen

Architektonisch:
Der Auftraggeber wünschte:
– beim Zubau ein vorspringendes Obergeschoss;
– beim Bestand eine neue Gestaltung der Fassade (in Verbindung stehend mit den Betrieb oder der Gegend)
→ Ergebnis: eine Holzfassade in der Optik eines Strichcodes

Wie zufrieden war der Kunde?

Der Kunde war mit dem Ergebnis sehr zufrieden!

Wie konvertieren Sie die Scans?

Wir legen die Scanpunkte zuerst am Tablet richtig an und verknüpfen sie dort vor. Anschließend bearbeiten wir die Punkte ggf. nochmals in Cyclone Register 360 (BLK Edition) und spielen die E57-Dateien aus diesem Programm aus. Danach importieren wir diese mit der BIMmTool-Funktion in Archicad und legen sie in die vorangelegte Ebene. Wir entsperren die Punktwolke und passen die Höhenlage wie gewünscht an. Dann stellen wir noch die Ebene ein, auf der die Messpunkte gespeichert werden. Danach modellieren wir das Gebäude.

Wie hat das Projekt funktioniert? 

Wir haben teilweise zu wenig Scanpunkte gehabt. Wir haben die Scanpunkte nach jedem Vermessungstag importiert. Dadurch waren die Verknüpfungen von den verschiedenen Vermessungstagen etwas schlechter. Die geschossübergreifenden Punktwolken waren anfangs durch die Verknüpfungen im Stiegenhaus ebenfalls schwieriger. Da die Verknüpfungen im Stiegenhaus, durch vermutlich zu wenige Scanpunkte, nicht automatisch richtig lagen. Dadurch haben wir jedes Stiegenhaus und jede einzelne Verknüpfung sehr genau kontrollieren müssen.

Was waren die größten Herausforderungen bei dem Projekt?

Die Herausforderung bei dem Projekt war der große Umfang und die Einrichtung, da dadurch sehr viele Scans erforderlich waren, – und die Verwendung der richtigen Hardware dafür.

Wie hat BIMmTool dazu beigetragen, die Herausforderungen in Bezug auf Design, Fristen und Budget zu bewältigen?

Da dies unser erstes großes Projekt mit BIMmTool war, sehen wir es als eine Einschulung/Übung an. Das Endergebnis war trotz der etwas längeren Bearbeitung so wie wir es wollten.